vtw Storys

Ich muss gar nichts

von Sabine Bends
11.10.2020

Ich möchte heute ein sehr persönliches Erlebnis mit euch teilen, das ich im Zusammenhang mit der Work hatte. Ich hatte gerade an einem siebentägigen Intensivseminar mit The Work bei Ralf Heske teilgenommen. Und die Folge davon war ein tiefer innerer Frieden in mir. In meinem Kopf waren keine Gedanken. Ich fühlte mich leicht, frei und auf eine stille Art glücklich.

 

Es war Herbst und ich kam nach Hause. Vor meiner Haustür hatten sich in dieser Woche viele Blätter angesammelt. Es war ein wunderschöner Anblick und mein Körper war entspannt und mein Gemüt im Frieden. Doch plötzlich veränderte sich etwas. Ich konnte spüren, wie außerhalb von mir, vor mir, ein Gedanke aufstieg. Es geschah wie in Zeitlupe. Der Gedanke kam aus dem Boden und gelangte etwa bis auf Hüfthöhe außerhalb von mir. Er lautete "Oje, ich MUSS diese ganzen Blätter wegmachen!"

 

Was in diesen Sekunden mit meinem Körper geschah, ist unglaublich: Er zog sich zusammen, alles wurde eng, ich bekam schlechter Luft als vorher. Die gefühlte Weite und innere Freiheit drohte mir zu entfleuchen. Es fühlte sich furchtbar an, so als ob der ganze Frieden in mir in Gefahr war. Und er war es auch.

 

Doch geübt in The Work wie ich in dem Moment war, und außerdem sehr bewusst darüber, dass ich Gedanken nicht in mich hereinlassen muss, stieg etwas anderes IN mir auf: Es war der Gedanke: "Das ist nicht wahr. Lass das nicht in dich rein. Nimm diesen Gedanken nicht in dich auf."

 

Ich entschloss mich innerhalb von Sekundenbruchteilen - die sich wie Ewigkeiten anfühlten -, den Gedanken da draußen vor mir fallen zu lassen. Sofort nach dieser Entscheidung spürte ich, wie der Gedanke zu Boden fiel und dort versank. Der Ausdruck "einen Gedanken fallen lassen" hat seitdem eine neue Dimension von Bedeutung für mich.

 

Im gleichen Moment war ich wieder frei, friedlich, innerlich weit und glücklich. Ich beugte mich nach unten zu den Blättern, schaufelte sie mit beiden Händen über mich und badete in bunten Herbstblättern. Ich lachte dabei glücklich wie ein Kind. Ich war voller Freude und Liebe. Viel später habe ich die Blätter irgendwann weggekehrt. Doch es war kein ungutes Gefühl damit verbunden, kein "müssen". Ich habe es einfach getan, ohne Gedanken, ohne Widerstand.

 

Diese persönliche Erfahrung wird mir niemand mehr nehmen können. Sie ist für mich einer meiner wertvollsten Schätze. Ich habe drei Tatsachen dadurch an meinem eigenen Körper-Geist-Gefüge wahrnehmen dürfen:

  • Wir sind Liebe, Freiheit und Frieden. Das ist unser wahres Ich. Wir sind nicht unser Denken.
  • Wir denken nicht selbst. Gedanken kommen zu uns. Wir können sie annehmen oder ablehnen. Und wir können angenommene Gedanken, die es sich bei uns gemütlich gemacht haben, auch wieder hinterfragen und sie "nach Hause schicken".
  • Es gibt verschiedene Gedankenquellen. Eine erzeugt Unruhe und Unglück in uns. Die andere stärkt uns.

 

Dies sind Wahrheiten, die auch große Gurus, spirituelle Meister und Lehrer so verkünden. Auch Byron Katie sagt: "Ich denke nicht, ich werde gedacht." Doch es ist etwas anderes, dies einfach zu glauben (oder nicht zu glauben) oder es selbst an sich zu erfahren. Mit The Work of Byron Katie erlebt man dies und anderes selbst. The Work ist eins der besten Dinge, die ich in meinem Leben entdecken durfte. Und es wird mal wieder Zeit, dies auch an andere weiterzugeben.

 

Alles Liebe euch,

Sabine

 

💕

 

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