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Work Prozess im No-Mind

von Matthias M. Böhmelt
06.06.2022

"Sei barmherzig mit Dir", sagte mein Lehrcoach vor einem halben Jahr. "Die Work geschieht im No-Mind!“ Es ging also um einen offenen, absichtslosen Geist.

In dieser Situation war ich wütend und unbarmherzig mit mir und der Welt. Für was habe ich die Coaching-Ausbildung hier gemacht, wenn der Erfolg ausbleibt?

Ich workte ein Arbeitsblatt über meinen Vater und der erste Satz war: Egal was ich tue, ich werde immer abgelehnt.

Damit zusammen hingen andere Sätze wie: "Ich muss erfolgreich sein" und ähnliche.

Durch die Frage 3 und die Unterfrage: “Welche Gefühle tauchen hier auf?" kam ich an eine biografische Situation in meiner Kindheit mit meinem Vater. Diese "traumatische" Situation hat sich bis ins heute mit Glaubenssätzen verfestigt. Komme ich an eine ähnliche Situation wie "Ablehnung" durch andere werden unbewusst hier die Muster abgerufen, die mich damals haben überleben lassen. 

Hier weitergehen zu können mit einem offenen, absichtslosen Verstand war für mich der Durchbruch. Ich konnte offen für den Prozess sein und sah in dieser "Forschungsreise" das verlassene innere Kind, wie es wütend war. Mit der Unterfrage öffnete sich die Kinderseele. Hinter der Wut war Traurigkeit. Diese zu spüren und ihr Raum zu geben, war der Beginn der Heilung meiner alten "Urwunde". 

Und ich erlebte dann, wie das verlassene innere Kind seine Traurigkeit nach außen hin zeigen konnte. In der Frage 4 habe ich den „kleinen Matthias Martin“ gesehen wie er auf die Beine des Papas zuging, diese umgriff und festgehalten, sich angeschmiegt und gesagt hat: „Ich hab dich lieb“. Der Kleine hielt so fest, dass Papi die drohenden Hände fallen ließ, völlig überrascht, und langsam die Arme um den kleinen Matthias Martinlegte. Die Traurigkeit war hinter der Wut und dem Trotz das eigentliche Gefühl, das bisher verboten und versteckt war. Dahinter zu schauen als „Forschungsreisender“ mit der Work und die Traurigkeit zu finden, zuzulassen und zu sehen, dass der kleine Matthias Martin die Situation selbst heilt, das war die eigentlich neue und heilende Erfahrung.Spannender Weise bin ich an dem Tag in den Prozessder Work gegangen mit einer gewissen Leichtigkeit und ohne Motiv, mehr spielerisch. Und möglicherweise hat das diese Erfahrung ermöglicht. 

Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für die Erfahrung einer Heilung einer 50 Jahre andauernden Baustelle, die hier zur Ruhe gekommen ist.

 

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