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Die Liebe meines Lebens
Selbstliebe war für mich lange ein Wort, mit dem ich wenig anfangen konnte. Es klang schön, aber auch irgendwie abgedroschen. Ich dachte, ich würde mich selbst mögen. Schließlich kam ich gut zurecht, war zuverlässig, hilfsbereit und für andere da.
Rückblickend sehe ich, dass ich vor allem eines sehr gut konnte: mich anpassen.
Schon als Kind hörte ich oft, wie unkompliziert ich sei. Dass man mich überallhin mitnehmen könne. Dass ich pflegeleicht sei. Das wurde zu einem Teil meines Selbstbildes. Ich war stolz darauf, wenig Umstände zu machen und die Bedürfnisse anderer im Blick zu haben.
Besonders in Beziehungen fiel mir das leicht. Ich richtete mich nach den Wünschen, Plänen und Vorstellungen meines Partners. Nicht, weil jemand es von mir verlangte. Ich tat es ganz von selbst. Meine eigenen Bedürfnisse konnten warten. Ich dachte, das gehört so in Beziehungen und wenn ich mich zu sehr in den Vordergrund stellen würde, werde ich verlassen oder zumindest abgelehnt. Mit der Zeit spürte ich immer weniger, was ich eigentlich wollte.
Erst eine schmerzhafte Trennung brachte mich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr ausweichen konnte. Plötzlich war da viel Leere. Viele Dinge, die meinem Alltag Sinn gegeben hatten, waren verschwunden. Und da stellte sich eine Frage, die ich lange übergangen war:
Wer bin ich eigentlich ohne dieses „Wir“?
Lange schon war The Work eine wichtige Begleiterin - hier war sie mein wichtigster Strohhalm, an den ich mich klammerte.
Immer wieder bemerkte ich Gedanken wie: „Mir wurde etwas genommen.“ „So sollte es nicht sein.“ „Ich werde nie wieder so glücklich sein.“ Oder: „Wenn die Beziehung vorbei ist, habe ich versagt.“
Als ich begann, diese Gedanken zu hinterfragen, entstand Raum.
Konnte ich wirklich mit Sicherheit wissen, dass mein Leben jetzt schlechter sein würde?
Konnte ich wissen, dass diese Trennung nur Verlust bedeutete?
Konnte ich wissen, dass ich etwas Wesentliches verloren hatte?
Je ehrlicher ich hinsah, desto weniger sicher war ich mir.
Und dann begann ich etwas zu erkennen, das vorher hinter all den Geschichten verborgen gewesen war.
Ich war nicht nur traurig über die Trennung. Ich hatte es so lange verabsäumt, mir selbst zu begegnen - mich sogar zur Top Priorität zu machen.
Mit der Zeit lernte ich, meine Aufmerksamkeit immer wieder zurück zu mir zu bringen. Statt darauf zu warten, dass jemand anderes mir Liebe, Anerkennung oder Sicherheit gibt, begann ich zu sehen, was bereits da und was an mir liebenswert war.
Da waren Freunde, die mich unterstützten.
Da war die Fähigkeit, für mich selbst zu sorgen.
Da war Mut, den ich vorher nie wahrgenommen hatte.
Da war Vertrauen.
Und da war etwas, das ich lange übersehen hatte: die Beziehung zu mir selbst.
The Work half mir dabei, unzählige Geschichten zu hinterfragen. Geschichten darüber, was eine Trennung bedeutet. Geschichten darüber, wer schuld ist. Geschichten darüber, was ich brauche, um glücklich zu sein.
Nicht jede Frage brachte sofort Frieden. Manchmal wollte ich an meinen Überzeugungen festhalten. Aber immer wieder zeigte sich, dass die Gedanken, die mir am meisten wehtaten, nicht die Wirklichkeit waren.
Heute sehe ich diese Zeit als eines der größten Geschenke meines Lebens.
Nicht weil die Trennung einfach war, sondern weil sie mich zu mir selbst zurückgeführt hat.
Ich habe gelernt, freundlicher mit mir zu sein. Mir zuzuhören. Meine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Mich nicht erst dann für liebenswert zu halten, wenn alles perfekt läuft.
Und immer wieder darf ich erleben, wie viel Leichtigkeit entsteht, wenn ich meine Gedanken hinterfrage, statt ihnen blind zu glauben.
Katie sagt oft: „Du bist die Liebe deines Lebens.“
Lange hielt ich das für einen schönen Satz. Heute verstehe ich ihn ein wenig mehr. Und dafür bin ich unendlich dankbar.
