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vtw Storys

Sei du selbst - Irgendwann kommt es sowieso raus!

von Alice Guldenbrein
09.06.2026

Von der Freiheit, ich selbst zu sein

 

Lange Zeit hielt ich mich für einen unkomplizierten Menschen. Schon als Kind fiel es mir leicht, mich anzupassen. Ich orientierte mich an Regeln, Erwartungen und dem, was andere von mir wollten oder zu wollen schienen. Ich wollte nicht anecken, nicht nervig sein, nicht abgelehnt werden.

 

Damals erschien mir das als vernünftige Strategie. Heute sehe ich, dass ich dafür einen hohen Preis bezahlt habe.

 

Je mehr ich versuchte, den Erwartungen anderer zu entsprechen, desto weiter entfernte ich mich von mir selbst.

 

Besonders deutlich wurde mir das in meinen Beziehungen. Ich passte mich an, nahm Rücksicht, stellte meine Wünsche zurück und versuchte, Konflikte zu vermeiden.

 

Doch irgendwann entstand Verwirrung. Nicht nur bei den anderen, auch bei mir.

 

Denn wenn ich mich ständig danach richte, was andere möchten – woher soll dann noch jemand wissen, wer ich wirklich bin?

 

Und woher soll ich es selbst wissen?

 

The Work hat mir geholfen, die Gedanken hinter diesem Verhalten sichtbar zu machen.

 

Da waren Überzeugungen wie:

 

„Wenn ich ganz ich selbst bin, werde ich abgelehnt.“

 

„Ich sollte es allen recht machen.“

 

„Es ist sicherer, mich anzupassen.“

 

Lange erschienen mir diese Gedanken selbstverständlich.

 

Doch als ich begann, sie zu hinterfragen, verlor ihre scheinbare Wahrheit langsam an Kraft.

 

Konnte ich wirklich wissen, dass Menschen mich ablehnen würden, wenn ich ehrlich bin?

 

Konnte ich wissen, dass Anpassung mich schützt?

 

Konnte ich wissen, dass andere mich mehr mögen, wenn ich mich zurückhalte?

 

Je öfter ich forschte, desto neugieriger wurde ich und desto mehr begann ich, kleine Schritte in Richtung Authentizität zu wagen.

 

Ich sagte meine Meinung etwas häufiger.

 

Ich sprach Bedürfnisse aus, die ich früher verschwiegen hätte.

 

Ich erlaubte mir, anderer Meinung zu sein.

 

Und ich bemerkte etwas Überraschendes.

 

Die Ablehnung, vor der ich mich so lange gefürchtet hatte, blieb weitgehend aus. Verletzlichkeit verbindet viel mehr als Perfektion.

 

Stattdessen entstanden tiefere Begegnungen.

 

Ehrlichere Gespräche, mehr Nähe, mehr Lebendigkeit.

 

Das ist echte Verbindung, Tiefe und Freiheit.

 

Freiheit, ich selbst sein zu dürfen.

 

Nicht perfekt, nicht für alle passend, nicht immer bequem, aber dafür echt.

 

The Work begleitet mich dabei bis heute. Immer dann, wenn alte Ängste auftauchen oder mein Verstand mir erzählen möchte, dass ich mich wieder kleiner machen sollte.

 

Und manchmal zeigt sich die Veränderung auf eine Weise, die mich selbst überrascht.

 

Früher empfand ich Kritik oder Beschwerden oft als Zeichen, etwas falsch gemacht zu haben.

 

Heute kann ich manches davon ganz anders hören.

 

Wenn jemand sagt, dass ich mich zu wenig gemeldet habe oder ihm Zeit mit mir gefehlt hat, höre ich manchmal auch etwas anderes:

 

Dieser Mensch hätte gerne mehr Verbindung mit mir gehabt.

 

Was für ein schöner Gedanke.

 

Wer hätte gedacht, dass dort, wo ich früher Ablehnung vermutete, so oft der Wunsch nach Nähe verborgen liegt?

 

Für mich ist das eine der größten Freiheiten, die The Work mir geschenkt hat.

 

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