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Meine schwierigste Beziehung

von Daria Schymura
05.12.2020

Ich habe mal wieder ein Wunder mit The Work erlebt. Es geht um: Meine schwierigste Beziehung

 

 

 

Ich sitze mit meinen Eltern, meinem Sohn und meinem Mann am Kaffeetisch. Auf dem 6. Platz steht der Laptop. Meine Schwester, die in Frankreich wohnt, ist über Skype zugeschaltet. Wir reden über dies und das. Meine Schwester trinkt einen Tee, wir anderen Kaffee und Wasser. Es gibt Pflaumenkuchen. Ganz normal. Mein Sohn zeigt seiner Tante seinen neuen Zug. Meine Eltern erzählen von ihrer Reise. Wir sprechen über die aktuelle Lage.

 

 

 

Langweilig?

 

 

 

Friedlich. Neu!

 

 

 

Es ist das erste Mal, dass ich völlig entspannt mit meiner Schwester bin. Ich freue mich so sehr, sie zu sehen. Ohne Stachel. Ohne die Frage, wie es wohl diesmal wird. Ob wir uns streiten. Oder eher: wann wir uns das nächste Mal streiten. Vor Kurzem habe ich noch gesagt: Meine schwierigste Beziehung ist die zu meiner Schwester.

 

 

 

Da waren Weihnachtsfeste voller Zorn und Streit. Das Ringen darum, sich zu verstehen. Als ob die Luft knistert. Ein Funke - und jemand explodiert. Man würde wohl sagen: Wir konnten uns nicht ertragen. Scharfe Worte, Spannung. Meine Schwester verlässt das Zimmer.

 

 

 

Jetzt ist mein Herz offen. Ich überlege: Was war eigentlich so schwierig? Wo sind die alten Verletzungen? Ich finde sie nicht.

 

 

 

Eine harmlose Work hat den Schleier gelüftet. Es war nicht die erste Work über meine Schwester. Wahrscheinlich ist es auch nicht die letzte. Ich habe ein Arbeitsblatt Urteile-über-deinen-Nächsten über meine Schwester geschrieben und habe die ersten beiden Gedanken mit den 4 Fragen und den Umkehrungen überprüft.

 

 

 

Ich habe gemerkt, wie sehr ich mir wünsche, auf Augenhöhe mit meiner Schwester zu sein und wie wenig ich es bin. Wie sehr ich mich innerlich über sie stelle. Wie sehr ich ihr helfen will, anstatt sie ihr Leben leben zu lassen und zu sehen, dass sie das wunderbar macht. Dass sie meine Hilfe nicht braucht.

 

 

 

Es berührt mich, zu spüren, wie ich mir aus tiefstem Herzen Augenhöhe wünsche.

 

 

 

Für die Veränderung meiner Schwester gegenüber habe ich nichts weiter getan. Mein System hat gemerkt "hey, es gibt einen besseren Weg" und hat ihn eingeschlagen. So einfach.

 

 

 

Wo sind die alten Verletzungen hin? Katie sagt dazu: "Vergebung heißt festzustellen, dass das, von dem du dachtest, dass es passiert sei, gar nicht passiert ist. Es gab nie etwas zu verzeihen." Das trifft es genau, und es macht mich demütig - all die Jahre fand ich meine Schwester so schwierig. Es war genug, dass ich mir meinen Stress anschaue, um das zu ändern.

 

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